Zungenhygiene: eine wichtige, aber oft vernachlässigte Angelegenheit

Unsere Zunge lässt uns durch ihre circa 10.000 Geschmacksknospen Nahrung und Getränke aller Art genießen. Dadurch kommt sie in Kontakt mit jeder Menge Bakterien, die sich in den Zwischenräumen der Zunge ablagern. Durch das feuchte und warme Klima können sich die Bakterien extrem schnell vermehren. Nahrungsreste und abgestorbene Mundschleimhautzellen dienen dabei als ideale Nahrung. Neben einem unschönen Film auf der Zunge sorgen die Bakterien ebenfalls für einen üblen Mundgeruch. Deshalb ist die Zungenhygiene enorm wichtig für einen gesunden Mundraum. Dabei gilt es verschiedene Dinge zu beachten.

 

Die richtige Reinigung der Zunge

 

Im Handel werden viele verschiedene Utensilien zur Zungenreinigung angeboten, aber welche sind die richtigen und welche benötige ich? Man hat die Wahl zwischen verschiedenen Schabern und Bürsten. Hierbei sollte man beachten, dass diese möglichst die komplette Breite der Zunge abdecken. Generell gilt, bei jedem Zähneputzen die Zunge gründlich zu reinigen. Auch die normale Zahnbürste ist hierfür prinzipiell geeignet, ruft aber durch ihre Form bei manchen Menschen einen Würgereiz hervor, wenn man die hinteren Bereich der Zunge putzt. Wer zusätzlich etwas gegen die Bakterien auf der Zungenoberfläche tun möchte oder generell einen Würgereiz durch die Reinigungsgeräte bekommt, kann auf verschiedene Flüssig-Lösungen zurückgreifen. Dazu bieten sich zum Beispiel Mundöle, mit denen man den Mundraum circa 10 Minuten lang spülen soll, oder diverse Mundspülungen an.

 

Die Zunge als Indikator für den körperlichen Gesundheitszustand

Ein Belag auf der Zunge muss natürlich nicht direkt ein Grund zur Sorge sein. Sollten sich aber über einen längeren Zeitraum gewisse Symptome zeigen, die mit einem Zungenmerkmal einhergehen, ist ein Besuch beim Arzt angebracht. Wer seine Zunge zu Diagnosezwecken kontrollieren möchte, sollte das direkt morgens nach dem Aufstehen tun, bevor Zähneputzen oder Essen und Trinken Teile des Belags weggespült haben. Es gibt vielerlei Merkmale wie Verfärbungen, Furchen und Bläschen, die interpretiert werden können. Auch die genaue Positionierung der Symptome auf der Zunge spielt eine Rolle bei der Diagnose.

 

Der wohl häufigste Belag ist weiß und deutet oft auf eine Erkältung hin. Besonders wenn er mit starkem Mundgeruch einhergeht, kann man auf eine Erkrankung schließen. Regelmäßiger Konsum von Kaffee, Tee oder anderen Lebensmitteln führt auch zu diesem Symptom, was die Diagnose erschwert.

Ein gelber Zungenbelag sieht nicht schön aus, ist aber oft nicht als besorgniserregend zu betrachten. Ein hoher Konsum von Genussmitteln, ein Eiweißüberschuss oder andere unbedenkliche Faktoren führen dazu, dass sich auf der Zunge ein gelber Belag bildet. Sollte der Belag allerdings dauerhaft sein, durch Besserungsmaßnahmen wie gesunder Ernährung, Verzicht auf gewisse Genussmittel und verbesserten Hygiene nicht zurückgehen, sollte ein Arzt konsultiert werden. Die Symptome können auf Schädigungen der Leber hinweisen, besonders wenn  die Verfärbung in grün-gelb übergeht und auch auf der Unterseite der Zunge zu sehen ist.

Bitte sprechen Sie uns an, wenn Sie speziellen Beratungsbedarf haben.

 

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